HĂ€usliche Intensivpflege: Was sollten Sie darĂŒber wissen?

Die Intensivpflege ist ein Bereich der Krankenpflege, der sich auf die Betreuung schwerstpflegebedĂŒrftiger Menschen spezialisiert hat. Neben der stationĂ€ren Intensivpflege im Krankenhaus gibt es die außerklinische Intensivpflege, die entweder zu Hause oder in speziellen Wohngemeinschaften durchgefĂŒhrt wird. Diese Versorgungsform eignet sich besonders fĂŒr Menschen, die auf eine kontinuierliche und engmaschige pflegerische und medizinische Betreuung angewiesen sind und diese in ihrer gewohnten hĂ€uslichen Umgebung erhalten möchten. Qualifiziertes Fachpersonal steht rund um die Uhr – also bis zu 24 Stunden tĂ€glich – und auf Wunsch auch an 365 Tagen im Jahr zur VerfĂŒgung, um die notwendige Versorgung sicherzustellen.

Die hĂ€usliche Intensivpflege ist eine Option fĂŒr schwerstpflegebedĂŒrftige Patienten, die keine Krankenhausbehandlung, aber dennoch eine intensive medizinische Betreuung benötigen. Diese Form der Pflege kann erforderlich sein, wenn der Patient an einer der folgenden Erkrankungen leidet:

  • eine angeborene oder erworbene HirnschĂ€digung, etwa SchĂ€del-Hirn-Trauma
  • ALS
  • COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) oder eine andere Lungenerkrankung
  • QuerschnittslĂ€hmung
  • Koma, Wachkoma
  • Mukoviszidose
  • Muskelerkrankungen wie Muskelatrophie, Muskeldystrophie
  • Krebserkrankungen
  • und viele weitere Erkrankungen

Um eine reibungslose Intensivpflege auch zu Hause zu gewĂ€hrleisten, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Angehörigen, Krankenhaus und ambulanten Pflegediensten erforderlich.

Die Pflege eines intensivpflegebedĂŒrftigen Angehörigen ist in der Regel von den Familienmitgliedern allein nicht zu bewĂ€ltigen. Um dem Patienten die bestmögliche Pflege zukommen zu lassen und gleichzeitig die Familie zu entlasten, ist es daher ratsam, die professionelle Hilfe eines Pflegedienstes in Anspruch zu nehmen.

Ein auf Intensivpflege spezialisierter Pflegedienst unterstĂŒtzt Sie mit medizinisch und pflegerisch hoch qualifiziertem Pflegepersonal. DafĂŒr sorgen nicht nur regelmĂ€ĂŸige Fortbildungen in Bereichen wie Erste Hilfe und Reanimation, sondern auch die Berufserfahrung in der klassischen und intensivmedizinischen Pflege. PflegebedĂŒrftige Menschen sind somit in den besten HĂ€nden. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Angehörigen, Krankenhaus und ambulantem Pflegedienst ist dabei von großer Bedeutung, um eine erfolgreiche Intensivpflege zu Hause zu gewĂ€hrleisten.

Zu den Aufgaben des Intensivpflege-Personals gehören unter anderem:

  • die allgemeine Pflege (waschen, ankleiden usw.)
  • das Messen und Überwachen der Vitalfunktionen
  • die Heimbeatmung oder Beatmungspflege
  • AtemĂŒberwachung
  • Absaugen bei Tracheostoma-Patienten
  • Überwachung von Drainagen
  • Injektionen
  • Katheterversorgung
  • Medikamentengabe
  • Wundversorgung,
  • Verbandswechsel
  • Inhalationen
  • und auch soziale Aufgaben

Ein wichtiger sozialer Aspekt der Pflege ist die Förderung der Teilhabe der Betroffenen am gesellschaftlichen Leben. Dazu gehört die UnterstĂŒtzung der Selbstbestimmung und der individuellen Entfaltung. Intensivpflegedienste sind Ansprechpartner fĂŒr alle Fragen und Anliegen rund um die Intensivpflege. Sie beraten und betreuen sowohl die Patienten als auch deren Angehörige, wenn es um medizinische Fragen oder die individuelle KostenklĂ€rung geht.

IntensivpflegebedĂŒrftige Patienten haben nach § 37 Sozialgesetzbuch V (SGB V) Anspruch auf ambulante hĂ€usliche Krankenpflege. Die Kosten fĂŒr die Intensivpflege werden in der Regel von der Krankenkasse ĂŒbernommen. Voraussetzung ist allerdings eine Ă€rztliche Verordnung, die einmal im Quartal vom Arzt ausgestellt und bei der Krankenkasse eingereicht werden muss. Derzeit teilen sich Krankenkasse und Pflegeversicherung die Kosten fĂŒr die Grundpflege. Ausgenommen sind die gesetzlich festgelegten Zuzahlungen von 10 Prozent in den ersten 28 Tagen des Jahres sowie 10 Euro pro Ă€rztlicher Verordnung, die vom Patienten selbst zu tragen sind. Zur Behandlungspflege gehören medizinisch notwendige Maßnahmen wie Injektionen, Wundversorgung oder Medikamentengabe.

Bei der hĂ€uslichen Intensivpflege werden auch Pflegehilfsmittel benötigt, die von der Pflegekasse ĂŒbernommen werden können. Zu den Pflegehilfsmitteln zĂ€hlen z.B.:

  • Einmalhandschuhe
  • Mundschutz
  • Einlagen
  • Inkontinenzhilfen
  • Dekubitus-Hilfen
  • Bandagen
  • Bettschutz

HierfĂŒr steht den PflegebedĂŒrftigen eine Pflegehilfsmittelpauschale von bis zu 40 Euro monatlich zur VerfĂŒgung.

Technische Pflegehilfsmittel, die in der Regel lĂ€nger genutzt werden können, können hĂ€ufig zuzahlungsfrei ausgeliehen werden. Ansonsten mĂŒssen Betroffene eine Zuzahlung von 10 Prozent, maximal jedoch 25 Euro pro Hilfsmittel leisten. Zu diesen Hilfsmitteln gehören zum Beispiel elektrisch verstellbare Pflegebetten, Badewannenlifter und ToilettenstĂŒhle.

WĂ€hrend der hĂ€uslichen Pflege entstehen fĂŒr die Betroffenen weitere Kosten, wie z.B. ein erhöhter Stromverbrauch durch elektrische GerĂ€te. Auch diese Stromkosten können von der Krankenkasse erstattet werden. DarĂŒber hinaus sind in vielen FĂ€llen bauliche VerĂ€nderungen notwendig, um das Wohnumfeld der PflegebedĂŒrftigen barrierefrei zu gestalten. Diese baulichen Maßnahmen werden als „wohnumfeldverbessernde Maßnahmen“ bezeichnet. Beispiele hierfĂŒr sind die Verbreiterung von TĂŒren in der Wohnung, um die Durchfahrt mit einem Rollstuhl zu ermöglichen, oder der Umbau des Badezimmers, um die Hygiene zu erleichtern. Alle PflegebedĂŒrftigen mit einem Pflegegrad haben Anspruch auf einen Zuschuss fĂŒr diese Maßnahmen, der bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme betragen kann. Wichtig ist, dass der Antrag auf Zuschuss vor Beginn der Umbaumaßnahmen gestellt wird. Wer sich einen Überblick ĂŒber die individuell zu erwartenden Kosten einer hĂ€uslichen Intensivpflege verschaffen möchte, kann sich bei seiner Krankenkasse oder einem Pflegedienst beraten lassen. Dort erfĂ€hrt man auch, ob eine solche Versorgung in der eigenen Situation möglich ist. Ziel ist es immer, Patienten mit hohem Intensivpflegebedarf ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
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